Die Bezeichnung „INCUBUS“ leitet sich von dem Wort Inkubator, einem Begriff aus der Medizin ab. Es bezieht sich auf Funktion und Form der Skulptur, welche einem Cubus entspricht. Ein Inkubator ermöglicht einem Organismus, gleich welchen Stadiums der Entwicklung zu überleben – ein Brutkasten für Leben aller Art. Im Gegensatz zu Inkubatoren im medizinischen Einsatz, besteht bei „INCUBUS“ nicht die Hoffnung, dass der Organismus den Brutkasten je verlassen wird. Sein Überleben ist abhängig von einem in sich geschlossenen System – einer Endlosschleife aus dem Immergleichen, unfähig die Grenzen seine Existenz zu durchbrechen. Jede Form der Weiterentwicklung ist ausgeschlossen.
Die Interaktion Mensch-Maschine wird auf vielfältige Weise durch INCUBUS betrachtet und hinterfragt.
Einerseits wird Technik als Extension eines
(menschlichen) Organismus verstanden, andererseits aber als Fremdkörper - der eindringt und irritiert – den Organismus reizt, aufschneidet oder antreibt – jedoch als eigenständiger Apparat und nicht als prothesenhafte Erweiterung des eigenen Organismus. Der Betrachter wird mit einer Vielzahl an Eindrücken konfrontiert, die auf Grund des subjektiven Erfahrens sowohl positiv als auch negative Konnotationen hervorrufen können.
Andererseits vermittelt der INCUBUS eine Idee menschlicher Beziehungen.
Nähe und Distanz bilden die Aura der Skulptur INCUBUS .
Auf diese Art und Weise bildet INCUBUS den Ausgangspunkt für eine vielschichtige Rezeption und einen fast ironischen Blick auf philosophische /psychoanalytische Lehrsätze.
In einem Cubus befindet sich ein organisch wirkendes Gebilde, welches durch Seile in der Mitte des Cubus positioniert ist. Die Oberfläche dieser „Zelle“ ist hautähnlich und wirkt verletzlich und zart. – im Gegensatz zu der Konstruktion in der sie lebt. Die Zelle ist frei schwebend nur gehalten von Seilen / Sehnen. Die Spannung der Seile wird über Motoren geregelt und entscheidet somit über die Form der Zelle. Über die Motoren kann sich die Zelle also spannen oder entspannen. Durch einen am Gerüst befestigten Datenhandschuh außerhalb der Konstruktion kann der Mensch Einfluss nehmen in das virtuelle System der Zelle. Er kann die Zelle verformen, erschrecken oder beruhigen. Dies ist aber nur über die Schleuse außerhalb des Cubus möglich. Die Annäherung Mensch - Maschine passiert also im virtuellen Raum dazwischen – ein direktes Eindringen ist nicht möglich. Insofern wird blinder Glaube an Technik hinterfragt – da man den behäbigen Aufwand (den es benötigt um die Zelle zu verformen) erkennt. Man erfasst das Paradox einer Konstruktion, die ein natürliches Eingreifen unmöglich macht, die den Betrachter dazu nötigt sich in die Konstruktion via Prothese/Extension einzuhaken um auf den Organismus zu wirken.